Reagenzbotschaft

Botschaften zum Sternlauf 2015:

-Historiker gehen heute davon aus, dass in der Reichspogromnacht 1938 etwa 400 Menschen jüdischen Glaubens ermordet oder in den Tod getrieben wurden.

-Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. – Artikel 3 Grundgesetz

-Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. – Artikel 3 Grundgesetz

-Rassismus NEIN DANKE !!

-Du kannst nicht zweimal den gleichen Fehler machen. Beim zweiten Mal ist es nämlich kein Fehler mehr, sondern eine Entscheidung.

-Wag es, deine Augen aufzumachen!

Wir leben gemeinsam auf der Welt. Nimm Ungerechtigkeit und Intoleranz wahr und nenn sie beim Namen. Beschäftige dich mit dem, was im Leben um dich herum und in der Welt geschieht und hab einen Blick dafür, wo Hilfe nötig ist. Frage lieber einmal mehr als einmal zu wenig, warum etwas so ist, wie es ist. Wenn dir etwas nicht gefällt, dann versuche es zu ändern.
Wagt es Orientierung der DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg)

-Versucht, diese Welt ein wenig besser zu verlassen, als ihr sie vorgefunden habt, und wenn eure Zeit zum Sterben gekommen ist, versucht, dass ihr glücklich in dem Gefühl sterben könnt, dass ihr eure Zeit nicht vergeudet, sondern euer Bestes getan habt.
-Baden Powell

-„Wer seine Ohren und Augen aufmachte, wer sich informieren wollte, dem konnte nicht
entgehen, dass Deportationszüge rollten. Die Phantasie der Menschen mochte für Art und Ausmaß der Vernichtung nicht ausreichen. Aber in Wirklichkeit trat zu den Verbrechen selbst der Versuch allzu vieler, auch in meiner Generation, die wir jung und an der Planung und Ausführung der Ereignisse unbeteiligt waren, nicht zur Kenntnis zu nehmen,was geschah. Es gab viele Formen, das Gewissen ablenken zu lassen, nicht zuständig zu sein,wegzuschauen und zu schweigen.“
-Bundespräsident (Richard von Weizsäcker)

-„Der Mensch kann den Überlieferungen eine neue Richtung geben. Er kann seine Zeit beeinflussen. Dafür ist er frei, dafür ist er verantwortlich.“
-Bundespräsidenten (Richard von Weizsäcker)

-„Es ist eine große Herausforderung für die jetzige Generation der politisch Verantwortlichen sowie der Lehrer, Ausbilder und Professoren, junge Menschen anzusprechen und über diese Zeit zu informieren, so dass auch nachwachsende Generationen alles über diese Zeit wissen und Schlussfolgerungen ziehen können, die eine ähnliche Katastrophe für immer verhindern. Es gilt auch heute noch: Wer nicht bereit ist, aus der Geschichte zu lernen, ist dazu verurteilt, sie noch einmal zu erleben!“
-Prof. Dr. Dirk Wentzel

-„Keine Gemeinschaft, keine Gesellschaft, auch kein Staat kann ohne Gedächtnis und ohne Erinnerung leben. Ohne Erinnerung zu leben bedeutet ja, ohne Identität und damit ohne Orientierung zu leben. Wenn wir nicht blind in die Zukunft gehen, sondern Ziele und Maßstäbe haben wollen, müssen wir wissen, woher wir kommen, und das gilt nicht nur abstrakt und allgemein, sondern ganz konkret auch für die deutsche Geschichte dieses Jahrhunderts, besonders jetzt, da die Generationen, die das sogenannte Dritte Reich und den Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt haben, in die Verantwortung eingerückt sind. Erinnerung und Gedächtnis müssen weitergegeben werden. Um der Opfer willen, aber auch um unserer selbst willen.“
-Bundespräsident (Roman Herzog)

-„Wir dürfen nicht schweigen, wenn Unrecht geschieht.“

-„Nur wenn Zivilgesellschaft und Staat gemeinsam handeln und einen langen Atem im Kampf gegen Antisemitismus beweisen, kann es uns gelingen, eine von Toleranz, Respekt und Zivilcourage geprägte Gesellschaft zu gestalten.“

-Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

-Niemand wird mit Hass oder Intoleranz geboren.

-“Reichtum, Ansehen, alles kann man verlieren, aber das Glück im eigenen Herzen kann nur verschleiert werden und wird immer, so lange, wie du lebst, dich wieder glücklich machen. Versuche auch mal, wenn du allein und unglücklich oder traurig bist, auf dem Oberboden bei so einem schönen Wetter nach draußen zu schauen. Nicht zu den Häusern und Dächern, sondern zum Himmel. Solange du furchtlos den Himmel anschauen kannst, so lange weißt du, dass du rein von innen bist und dass du doch wieder glücklich werden kannst.” – Anne Frank Tagebuch 23. Februar 1944

-“Ich sehe, wie die Welt allmählich in eine Wildnis verwandelt wird. Ich höre den nahenden Donner, der auch uns vernichten wird, ich kann das Leiden von Millionen spüren und dennoch glaube ich, wenn ich zum Himmel blicke, dass alles in Ordnung gehen und auch diese Grausamkeit ein Ende finden wird und dass Ruhe und Frieden wieder einkehren werden.” – Anne Frank Tagebuch, 14. Juli 1944

-„Einmal wird dieser schreckliche Krieg doch vorbeigehen, einmal werden wir doch wieder Menschen und nicht nur Juden sein!“ Anne Frank, Tagebuch 11. April 1944

-„Radfahren, tanzen, pfeifen, die Welt sehen, mich jung fühlen, wissen, dass ich frei bin – danach sehne ich mich.“ Anne Frank, Tagebuch 24. Dezember 1943

-Am 9. auf den 10. November 1938 brannten die Synagogen. Sie brannten in Deutschland. Sie brannten in Österreich. Sie brannten in der Tschechoslowakei. Der 9. November ist der Tag, an dem organisierte Schlägertrupps jüdische Geschäfte und Gotteshäuser in Brand setzten. Es ist der Tag, an dem tausende Juden misshandelt, verhaftet oder getötet wurden. Spätestens an diesem Tag konnte jeder in Deutschland sehen, dass Antisemitismus und Rassismus bis hin zum Mord staatsoffiziell geworden waren. Diese Nacht war das offizielle Signal zum größten Völkermord in der Geschichte der Menschheit.

-NS-Archiv: Reinhard Heydrich, Chef der Sicherheitspolizei, in seinem Fernschreiben an die Staatspolizeistellen:

o Es dürfen nur solche Maßnahmen getroffen werden, die keine Gefährdung deutschen Lebens oder Eigentums mit sich bringen (z.B. Synagogenbrände nur, wenn keine Brandgefahr für die Umgebung ist).

o Geschäfte und Wohnungen von Juden dürfen nur zerstört, nicht geplündert werden. Die Polizei ist angewiesen, die Durchführung dieser Anordnung zu überwachen und Plünderer festzunehmen.

o In Geschäftsstraßen ist besonders darauf zu achten, dass nicht jüdische Geschäfte unbedingt gegen Schäden gesichert werden.

-Die Novemberpogrome 1938 – bezogen auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 auch (Reichs-)Kristallnacht oder Reichspogromnacht genannt – waren vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich.

-Etwa 100 Protestnoten ausländischer Vertretungen gingen nach dem 10. November 1938 beim Auswärtigen Amt in Berlin ein. Demnach waren trotz gegenteiliger Befehle auch ausländische Juden unter den Opfern der Pogrome. Die Proteste wurden kommentarlos in die Reichskanzlei weitergeleitet und verschwanden dort in den Akten.

-Jeder kennt einen der von Verschwörung schwadroniert Und er weiß wer die Medien und Börsen kontrolliert Dem es leichtfällt die Welt in Gut und Böse zu sortieren Und er kennt auch immer eine simple Lösung des Problems Zu Verschwörungstheorien gehören Vernichtungsphantasien Sie können sagen was sie wollen sie sind schlicht Antisemiten All die Pseudo-Gesellschaftskritiker Die Elsässer, KenFM-Weltverbesserer Koljah, Antilopen Gang

-„Die Forderung, daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, daß ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen.“ – Theodor W. Adorno

-Kannibalismus gehört zu unsern Riten Esst mehr Antisemiten!

-“Zusammengepfercht, wie die Heringe in der Büchse.”

Ab 1944 beginnt auch in Ungarn die Deportation der jüdischen Bevölkerung. Rosa lebt mit ihrer Familie in Budapest. Am 9. November 1944 wird die 18-Jährige zu Hause abgeholt – sie kommt nach Ravensbrück. Nach einer Selektion wird sie von ihrer Freundin getrennt. Sie sehen sich nie wieder – Rosas Freundin überlebt die Qualen nicht
Rosa D.

-“Das Blut stockte. Die Seele war kaputt.”

Philomena wächst in einer renommierten Musikerfamilie auf, einer Sinti-Familie. Im März 1943 wird sie von der Gestapo verhaftet. Über Auschwitz kommt sie nach Ravensbrück, wo sie ihre Schwester trifft. Zurück in Auschwitz entkommt Philomena nur mit Glück dem Tod in der Gaskammer.
Philomena Franz

-“Jeder Tag dort war wie die Unendlichkeit.”

Kató wird 1919 in Budapest in einer jüdischen Familie geboren. Spätestens mit der deutschen Besetzung Ungarns 1944 ändert sich alles. Kató und ihre Schwester werden deportiert – sie kommen nach Ravensbrück. Als Kató zur Zwangsarbeit in Spandau selektiert wird, bleibt ihre Schwester zurück. Die beiden sehen sich nie mehr wieder.
Kató Gyulai

-“Das hieß arbeitsscheu.”

Ilse wird 1924 bei Wismar geboren. Schon früh muss sie bei der Feldarbeit mithelfen – die Stiefmutter hat nur wenig für Ilse übrig. Ilse reißt immer wieder aus und wird deshalb als “arbeitsscheu” klassifiziert. 1943 wird sie ins Arbeitshaus im Schloss Güstrow eingeliefert, im August 1944 wird Ilse nach Ravensbrück überstellt.
Ilse Heinrich

-“Es gibt zwei Gerüche, die ich nie vergessen werde: Das ist Chlor und wie es riecht, wenn Fleisch brennt.”

Nach dem “Anschluss” Österreichs an das Deutsche Reich leisten Lisl und ihre Familie Widerstand gegen den Faschismus. Lisl ist im Kommunistischen Jugendverband aktiv. Am 3. Juli 1941 wird sie von ihrem Arbeitsplatz von der Gestapo weggeholt. Sie ist 17 Jahre alt.
Lisl Jäger

-“Die machen Dich mürbe. Das ist ja die Strafe, die wollen Dich mürbe machen.”

1925 wird Anita als uneheliches Kind geboren – sie wächst bei Pflegeeltern, bei Onkel und Tante auf. Sie versucht auszureißen. Doch Anita kommt ins Mädchenheim, ins Gefängnis und wieder ins Mädchenheim. Im Frühjar 1943 wird sie in das “Jugendschutzlager” Uckermark gebracht.
Anita Köcke

-“Ich weiß nicht, wie viel Tausende Frauen wir waren.”

Irmgard wächst in Breslau auf. Ihr Vater ist jüdischer Herkunft. Sie ist politisch aktiv und schließt sich dem Sozialistischen Jugendverband an. Ab 1941 muss Irmgard den Judenstern tragen und Zwangsarbeit leisten. Zwei Jahre später wird sie nach Ravensbrück deportiert und muss im April 1945 mit auf den “Todesmarsch” gehen.
Irmgard Konrad

-“Wir waren ja keine Menschen für die SS.”

Die Eltern von Elisabeth gehören beide der KPD an, und auch Elisabeth ist politisch aktiv. Bei den Pionieren klebt sie Flugblätter und nimmt an Kundgebungen teil. Sie bringt zwei Kinder zur Welt, doch 1940 wird die 21-Jährige mitten in der Nacht abgeholt. Es folgen Verhöre und Haft, bevor sie 1941 nach Ravensbrück kommt.
Elisabeth Kunesch

-“Du bist noch so jung. Du darfst noch nicht sterben.”

Gertrud ist schon früh politisch aktiv: 1933 wird die 18-Jährige zum ersten Mal verhaftet. Doch Gertrud und ihr Mann Hans leisten weiterhin Widerstand gegen den Faschismus. Im Juni 1942 werden beide verhaftet. Nach verschiedenen Stationen, unter anderem 13 Monaten Einzelhaft, kommt Gertrud im Oktober 1943 nach Ravensbrück.
Gertrud Müller

-“Frauen aller Nationalitäten haben mich versteckt.”

Stella kommt mit vier Jahren ins KZ Ravensbrück – gemeinsam mit ihrer Mutter. Doch die Mutter wird im Lager ermordet. Die anderen Häftlingsfrauen kümmern sich um Stella, sie geben ihr Essen und verstecken sie. Stella überlebt und findet 1962 ihren Vater wieder.
Stella Nikiforova

-“Ich habe Angst vor dem Tod gehabt.”

Genowefa wird 1923 in Posen geboren. Mit 12 Jahren schließt sie sich den Pfadfindern an: Sie versorgen Menschen, die bereits von den Faschisten verfolgt werden. Genowefa wird verraten. Es folgen Verhaftung, Verhöre und Dunkelhaft. Im Juli 1941 kommt sie in das Frauen-KZ Ravensbrück.
Genowefa Olejniczak

-“Splitternackt und ausgemergelt – zitternd vor Hunger und Angst.”

Georgia wird in Südbulgarien geboren. 1929 emigriert sie mit ihrer Mutter nach Warschau. Doch bei einem Bombenangriff 1939 wird die Mutter getötet. Mit 18 Jahren wird Georgia nach München überstellt und muss Zwangsarbeit leisten. Im Herbst 1941 wird sie nach Auschwitz gebracht – im Jahr darauf nach Ravensbrück.
Georgia Peet-Taneva

-“Da ist ein Gang, wo man reinging und nicht rauskam. Wir hörten die Schüsse.”

Zofia wird 1920 in Charkow geboren, später geht die Familie nach Warschau. 1939, bei Kriegsausbruch, studiert Zofia Polonistik – sie ist 19 Jahre alt. Zofia geht in den politischen Widerstand. Doch durch einen Hinweis wird sie im März 1941 von der Gestapo verhaftet. Im September wird sie nach Ravensbrück überstellt.
Zofia Pocilowska

-“Die Frauen mussten nackt an dem SS-Mann vorbeigehen.”

In Barbaras Familie sind alle politisch aktiv. Im Herbst 1933 wird der Vater verhaftet – drei Tage später ist er tot. Trotzdem engagiert sich auch Barbara. Sie schreibt Anti-Kriegsbriefe an Soldaten, doch ein Spitzel lässt ihre Gruppe auffliegen. Barbara wird verhaftet und 1944 nach Ravensbrück überstellt.
Barbara Reimann

-“Dann wurdest du kahl geschoren.”

Edith wächst in Liberec auf. Mit 14 Jahren wird sie Mitglied der Kommunistischen Jugend. 1941 schließt Edith ihre Friseurlehre ab, doch noch im selben Jahr werden sie und ihre Mutter von der Gestapo verhaftet. Edith wird nach Ravensbrück überstellt: Sie gilt als “Politische” und bekommt die Häftlingsnummer “8291”.
Edith Sparmann

-“Es gab Berge von Haaren. Man hat uns alle geschoren.”

Schura wird 1927 in Odessa geboren. Bei Kriegsbeginn bringen die Eltern Schura und ihren Bruder aufs Land. Doch Schura wird 1942 auf offener Straße verhaftet. Die 15-Jährige wird als Zwangsarbeiterin nach Stuttgart gebracht. Später folgt die Deportation nach Ravensbrück und in das Außenlager Neubrandenburg. Dort erlebt Schura am 29. April 1945 die Befreiung.
Schura Terletska

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